Praxis für Psychotherapie und Hypnose München

Die Kunst, Herz und Verstand in Einklang zu bringen

Häufige und typische Abwehrmechanismen bei Borderline

Psychodynamische Abwehrmechanismen sind zunächst einmal nichts Krankhaftes und keineswegs nur auf die Borderline PST beschränkt. Sie dienen primär dem Schutz der eigenen Seele. Da es in der Natur der Abwehrmechanismen liegt, daß sie der Person unbewusst sind, wird ihre Existenz meist auch geleugnet oder vehement abgelehnt.

Es handelt sich hierbei also um einen durchaus kreativen und existentiellen Prozess.
Wenn jedoch Abwehrmechanismen die mentale und emotionale Beweglichkeit hemmen und einschränken, dann wirken Abwehrmechanismen symptomfixierend und sind Ausdruck einer psychischen Störung.

Verdrängung: Tatsachen werden ausgeblendet, bzw. vergessen und man schafft sich eine eigene Realität, z.B. "Ich weiß, daß Rauchen ungesund ist aber mein starker Husten hat nichts damit zu tun, das kommt woanders her."

Projektion: Eigene Ängste, ungewollte Eigenschaften oder negative Gefühle, die man an sich nicht mag, werden verleugnet und auf andere projiziert, z.B. "Du hast mal wieder Angst und flüchtest weil du nicht damit zurechtkommst. In Wirklichkeit habe ich Angst und flüchte."

Projektive Identifikation: Eigene innere Konflikte oder Affekte werden anderen Personen "injiziert", d.h., daß zum Beispiel Hass auf die Bezugsperson projiziert wird und diese dann den Hass ausdrückt, den der Borderliner bei sich nicht haben will: "Du wolltest ja, daß Schluss ist. Du willst, daß ich schuld bin aber du bist an allem schuld."

Verleugnung: Trotz Tatsachen wehrt man sich vor einer Bewußtwerdung und Akzeptanz. Bei Borderlinern geschieht dies mitunter durch Spaltung: Fakten, die gegen die Idealisierung oder Abwertung sprechen, werden ausgeblendet, wodurch man eine eigene Realität kreiert, z.B. "Meinen Missbrauch habe ich aufgearbeitet. Meine körperlichen Symptome und mein Verhalten haben nichts damit zu tun."

Regression: Betroffene reagieren auf innere oder äußere Konflikte mit einem Rückzug in infantile (kindliche) Verhaltensweisen, mit dem Ziel, sich der Eigenverantwortung zu entledigen. Man sieht sich selbst als "Opfer" der Umstände und trägt keinerlei Verantwortung am Konflikt: "Du verstehst nicht, was ich meine. Wir zwei sind halt zu unterschiedlich."

Double-Bind: Darunter versteht man einen paradoxen verbalen und nonverbalen (Gestik, Mimik) Kommunikationsstil, bei der widersprüchliche, nicht eindeutige Botschaften ausgesendet werden und es dem Empfänger überlassen wird, wie er sie verstehen darf und welcher er letztlich Glauben schenken soll. [mehr dazu hier klicken]

Progression: Umkehrverhalten der Regression durch übersteigertes Erwachsenengehabe, was manchmal einer gewissen Arroganz und Überheblichkeit ähneln kann, wie z.B. "Du kannst mich gar nicht lieben. Du weißt nicht wie ich wirklich bin. Ich bin nicht so, wie du denkst. Ich bin nicht gut für dich."

Verkehrung ins Gegenteil / Reaktionsbildung: Hier werden Gefühle ins Gegenteil verändert. Anstatt Aggressivität wird Herzlichkeit gezeigt oder umgekehrt, z.B. "Gestern habe ich dich noch geliebt. Jetzt ist es aber nicht mehr so, es hat sich verändert. Ich sehe keine Zukunft mehr für uns. Ich liebe dich nicht."

Rationalisierung: Handlungen, unbewusste Vorgänge, Gedanken und Gefühle werden begründet und gerechtfertigt. Die wahren Hintergründe, die oftmals viel komplexer oder komplett anderer Natur sind, werden abgewehrt, verleugnet und bleiben unbewusst.

Spaltung: Gegensätzliche Gefühle oder Affekte können nicht gleichermaßen angenommen und verarbeitet werden, sondern werden gespalten: "Entweder hasse ich jemanden oder ich liebe ihn. Entweder idealisiere ich ihn oder ich verachte ihn."

Sublimierung: Triebe werden über gesellschaftlich akzeptierte Weisen ausgelebt. Das ursprüngliche Bedürfnis wird aufgegeben: "Meinst du, es ist unmoralisch für Sex Geld zu nehmen, wenn es dafür gedacht ist, daß es meinem Kind gut geht?"

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