Abhängigkeit von künstlicher Intelligenz und KI-Partnern: Therapie und Hilfe
Wenn KI-Partner das reale soziale Leben ersetzen
Künstliche Intelligenz (KI) ist längst nicht mehr Zukunftsmusik – sie schreitet mit rasanter Geschwindigkeit voran und ist bereits jetzt schon ein fester Bestandteil unseres Alltags geworden - ob man mag oder nicht.
Dass regelmäßiger Gebrauch von KI zur Atrophie der Sinneswahrnehmungen und Denkvorgängen des Gehirns kommen kann, ist nur eine von vielen Nebeneffekten.
Auch die Abhängigkeit und Sucht zu einer KI-Freundin oder einem KI-Freund, sowie KI-Sex- oder Pornopartner, den man sich mit gewissen Apps erstellen kann, völlig nach den Wünschen des Benutzers anpassen lässt, rund um die Uhr zur Verfügung steht und macht, was man ihr sagt, bergen langfristige Risiken, wie z.B.:
Emotionale und soziale Abhängigkeit
KI-Partner können personalisierte Interaktionen bieten, die emotionale Nähe simulieren. Langfristig besteht die Gefahr, dass Nutzer reale zwischenmenschliche Beziehungen vernachlässigen. Eine ständige Abhängigkeit von virtueller Intimität oder Bestätigung kann soziale Fähigkeiten und Empathie beeinträchtigen, insbesondere bei jüngeren oder isolierten Menschen.
Verzerrte Wahrnehmung von Beziehungen und Sexualität
KI-Sex- oder Pornopartner reagieren programmatisch auf Nutzerwünsche. Dies kann unrealistische Erwartungen an echte Beziehungen schaffen, sowohl emotional als auch sexuell. Langfristig könnte dies die Zufriedenheit in realen Partnerschaften reduzieren und problematische Vorstellungen von Intimität oder Konsens verstärken.
Datenschutz und digitale Spuren
KI-Partner sammeln umfangreiche persönliche Daten, darunter Vorlieben, Gespräche, intime Inhalte und Nutzungsverhalten. Werden diese Daten nicht sicher gespeichert, können sie für kommerzielle Zwecke, Manipulation oder Identitätsmissbrauch genutzt werden. Langfristig steigt das Risiko, dass sensible Informationen kompromittiert werden.
Psychologische Effekte
Intensive Nutzung von KI-Partnern kann zu Isolation, Einsamkeit oder depressiven Verstimmungen führen, wenn reale soziale Kontakte zunehmend ersetzt werden. Außerdem kann die ständige Verfügbarkeit einer “perfekten” KI-Interaktion die Fähigkeit zur Konfliktbewältigung und Kompromissbereitschaft in menschlichen Beziehungen verringern.
Abhängigkeit von Anbietern
Wer auf KI-Partner setzt, wird langfristig stark von den Anbietern abhängig. Technische Ausfälle, Änderungen der Nutzungsbedingungen oder sogar der Entzug des Zugangs können die Nutzer erheblich beeinträchtigen. Zudem bedeutet eine Abhängigkeit von proprietärer Software, dass Kontrolle und Einfluss über persönliche Erfahrungen in fremde Hände gelegt werden.
KI-Partner können vielleicht kurzfristig emotionale Leere füllen, bergen jedoch langfristige gravierende Risiken für psychische Gesundheit, soziale Fähigkeiten und zwischenmenschliche Beziehungen.