Sexsucht, Pornosucht – Hilfe bei zwanghaftem Sexualverhalten in München und online
WICHTIGER HINWEIS: BEVOR SIE MICH DIESBEZÜGLICH KONTAKTIEREN, EMPFEHLE ICH DRINGEND VORAB MEIN BUCH "RED FLAG SEXKAUF - FRAUENFEINDLICHKEIT UND ENTMENSCHLICHUNG" ZU LESEN!
Wenn Sexualität zur Belastung wird
Wie bei nahezu allen Verhaltensweisen, so kann es auch im Bereich der Sexualität manchmal zu behandlungswürdigen Abweichungen vom „normalen“ Verhalten kommen.
Aus psychologischer Perspektive betrachtet handelt es sich bei der Sexsucht und Pornosucht um eine Störung der Impulskontrolle, die von innerer Leere, Zwanghaftigkeit, Scham- und Schuldgefühlen begleitet wird.
Die Pathologisierung sexuellen Verhaltens bringt die Schwierigkeit einer Grenzziehung zwischen pathologischem (krankhaften) und nicht-pathologischem Verhalten mit sich, denn exzessives Ausüben sexuellen Verhaltens muss nicht unbedingt stets krankhafter Natur sein.
Zum Beispiel können pubertierende Jugendliche zuweilen von sexuellen Gedankenspielen, Phantasien, Masturbation und sexuellen Experimenten in obsessiver Weise vereinnahmt sein.
Auch zu Beginn von Partnerschaften nimmt das sexuelle Verhalten oft einen übergeordneten Stellenwert ein.
Dies sind jedoch gesunde sexuelle und partnerschaftliche Entwicklungsprozesse, die zu einem gesunden Leben gehören.
In Deutschland geht man von etwa einer halbe Million Sexsüchtigen aus. Diese Zahl beruht jedoch auf Schätzungen und liegt wahrscheinlich weit drüber. Sexsucht und Pornosucht sind, wie alle anderen Verhaltenssüchte, keine eigenständige Diagnose und wird somit auch nicht von den Krankenkassen als solches erfasst.
Seit jeher wird nicht der Norm entsprechendes sexuelles Verhalten in verschiedenen gesellschaftlichen Kreisen pathologisiert, weil es gegen die eigene Moralvorstellung geht. Hierbei stehen sogar heute noch vor allem die Masturbation, der Oralsex, die Homosexualität und sadomasochistische (SM) Vorlieben im Mittelpunkt von Diskussionen. Alle diese Verhaltensweisen sind jedoch keineswegs als Störung zu betrachten oder einzustufen – sofern die sexuellen Aktivitäten in einem gegenseitigen Einverständnis (Konsens) ausgeführt werden und bei Betroffenen keinen Leidensdruck auslösen.
Oft wird außer Acht gelassen, dass, z.B. wie es die Medien sehr gerne verkündigen und dramatisieren, eine offen gelebte Sexualität nicht mit dem behandlungsbedürftigen Krankheitsbild von „exzessiven sexuellen Verhalten“, bzw. einer Sexsucht gleichzusetzen ist.
Wie bei jedem Suchtverhalten, so geht es nicht um die Substanz oder das Verhalten an sich, sondern stets um einen Gefühlszustand.
Viele Betroffene erleben einen starken inneren Druck, sexuelle Impulse stets ausleben zu müssen. Sexualität dient dabei häufig nicht mehr nur Lust oder Nähe, sondern wird genutzt, inneren Druck und innere Leere abzubauen - um Stress, Frust, Unsicherheit oder belastende Gefühle kurzfristig zu regulieren oder auch Macht und Kontrolle auszuüben.
Unterschied zwischen Sexsucht und sexueller Belästigung (sexuelle Gewalt)
Eine sexuelle Belästigung beschreibt einen juristischen Straftatbestand, während es sich bei der Sexsucht um ein klinisches Krankheitsbild handelt.
Sexsucht zeigt zumeist einen progredienten Verlauf. Während es bei einigen Betroffenen bei destruktiven Aktivitäten, wie z.B. exzessives Masturbieren oder exzessiver Konsum pornografischer Medien bleibt, eskaliert bei anderen die Störung, und es kommt zum sogenannten „missbräuchlichen“ Einbeziehen anderer Personen zur eigenen sexuellen Befriedigung (Exhibitionismus, Belästigungen, Sexkauf, Vergewaltigungen).
Typische Anzeichen von Sexsucht
Typische Anzeichen von Sexsucht können sein:
- zwanghafte sexuelle Gedanken
- Kontrollverlust
- exzessiver Pornokonsum
- ständiges sexuelles Verlangen
- impulsives Verhalten
- Schuld- und Schamgefühle
- Doppelleben, Fremdgehen
- emotionale Abhängigkeit
- heimliches Verhalten
- soziale Isolation
- Beziehungsprobleme
- innere Unruhe
- emotionale Erschöpfung
- Schwierigkeiten Grenzen einzuhalten
- narzisstische und sadistische Charaktereigenschaften
Viele Betroffene erleben das Gefühl, ihr Verhalten trotz negativer Folgen nicht dauerhaft kontrollieren zu können.
Sexsucht und Pornosucht
Viele Menschen mit Sexsucht leiden zusätzlich unter problematischem Pornokonsum oder Internetsexsucht. Häufige Symptome sind:
- stundenlanger Pornokonsum
- Kontrollverlust
- steigender Konsum
- heimliches Verhalten
- emotionale Abhängigkeit
- soziale Isolation
- Konzentrationsprobleme
- sexuelle Unzufriedenheit im Alltag
Viele Betroffene versuchen über Sexualität oder Pornografie Stress, Einsamkeit oder unangenehme Gefühle kurzfristig zu verdrängen.
Sexsucht und Trauma
Nicht selten stehen hinter zwanghaftem Sexualverhalten ungelöste emotionale Belastungen oder traumatische Erfahrungen. Viele Betroffene nutzen Sexualität unbewusst, um:
- innere Spannungen und Frust abzubauen
- emotionale Schmerzen zu verdrängen
- Einsamkeit zu kompensieren
- Selbstwertprobleme auszugleichen
- Kontrolle und Macht zu erleben
Dadurch wird das eigentliche emotionale Problem häufig langfristig verstärkt statt gelöst.
Therapie und Hilfe bei Sexsucht und Pornosucht
Psychotherapie kann helfen, die Ursachen zwanghaften Sexualverhaltens besser zu verstehen und neue Strategien im Umgang mit Stress, Emotionen und Selbstwert zu entwickeln.
- Kontrollverlust reduzieren
- emotionale Stabilität aufbauen
- Schamgefühle bearbeiten
- Stress besser regulieren
- Selbstwertgefühl stärken
- emotionale Bedürfnisse besser wahrnehmen
- gesunde Grenzen entwickeln
- Beziehungsmuster besser verstehen
- innere Ruhe und Selbstkontrolle aufbauen
Viele Betroffene erleben bereits Entlastung dadurch, dass ihre Problematik ernst genommen und ohne Verurteilung betrachtet wird.
Je nach individueller Situation können verschiedene Methoden, Coaching, traumasensible Verfahren, EMDR oder hypnotherapeutische Ansätze hilfreich sein.
Ihr nächster Schritt
Unterstützung kann sinnvoll sein, wenn zwanghaftes Sexualverhalten, Pornokonsum, Kontrollverlust, Schamgefühle, Beziehungsprobleme oder emotionale Belastung den Alltag und die Lebensqualität zunehmend beeinträchtigen.
In meiner Praxis für Psychotherapie und Coaching in München Neuhausen unterstütze ich Menschen mit Sexsucht, Hypersexualität und zwanghaftem Sexualverhalten.
Vereinbaren Sie einfach heute noch einen Termin für ein unverbindliches und kostenfreies Vorgespräch, vor Ort in der Praxis oder auch online, falls es Ihnen nicht möglich ist persönlich vorbei zu kommen.